Humanitärer Notstand im Yemen

 

Seit 2015 ist der Bürgerkrieg im Jemen für die bisher schwerste humanitäre Krise der Welt verantwortlich. Vier von fünf JemenitInnen sind von externer Hilfe abhängig, um zu überleben, 20 Millionen Menschen stehen am Rande der Hungersnot. 

DAS AUSMASS DER KRISE IN ZAHLEN
Ein verheerender Konflikt, der eine humanitäre Katastrophe verursacht  
80%
der Bevölkerung sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, um zu überleben
2/3
der JemenitInnen können es sich nicht leisten, Lebensmittel zu kaufen
20 Millionen
JemenitInnen sind von einer Hungersnot bedroht
4 Millionen
Binnenvertriebene
Ein bereits geschwächtes Land wird vom Krieg in die Knie gezwungen 

Die Kämpfe im Jemen, einer der ärmsten Staaten des Nahen Ostens, haben die ohnehin schon instabile Lage im Land noch erheblich verschärft. 

Die zunehmende Gewalt hat das Leben von Millionen von Menschen erschüttert und eine grosse Zahl von Opfern, hauptsächlich in der Zivilbevölkerung, gefordert. 

Frauen, Kinder, ältere Menschen, Behinderte und Männer – mehr als 20 Millionen Menschen befinden sich in einer verzweifelten Lage und kämpfen auf der Suche nach Sicherheit, Schutz und Nothilfe ums Überleben. 

Auf der Flucht, in der Hoffnung, zu überleben

Die Situation im Jemen hat zu massiven Vertreibungen geführt. Zur Flucht gezwungene Personen sind in besonderem Masse gefährdet. 

Mehr als 2 Millionen Menschen kämpfen derzeit unter entsetzlichen Bedingungen um ihr Überleben, weit weg von zu Hause und ohne Sicherstellung ihrer Grundbedürfnisse. 

Die Situation ist so grauenhaft, dass 1 Million vertriebener JemenitInnen jede Hoffnung verloren hat und nach Hause zurückzukehren versucht, obwohl die Sicherheitslage dies noch nicht zulässt. 

 

Was das UNHCR macht 

Wir leiten Aktivitäten in den Bereichen Schutz, Unterkunft und Non-Food-Artikel. So stellen wir der gesamten Bevölkerung von 20 konfliktbetroffenen Gouvernements Notunterkünfte und lebensnotwendige Güter zur Verfügung. 2019 erhielten 86 000 Familien Hilfe.  

Wir unterstützen auch Gesundheitseinrichtungen, die durch die Verwüstungen des Krieges stark geschwächt sind. Seit 2018 wurden mehr als eine Million Cholerafälle im Land gemeldet, 25 Prozent davon Kinder. Mit der COVID-19-Pandemie hat sich der Gesundheitsnotstand weiter verschärft. 

Wir bieten rechtliche und finanzielle Hilfe sowie psychosoziale Unterstützung an.  

Wir stellen weiterhin Schutz und Hilfe für mehr als 280 000 Flüchtlinge und Asylsuchende aus anderen Ländern sicher, die trotz des Konflikts im Jemen bleiben und deren Leben besonders gefährdet ist.  

Wir brauchen Ihre Hilfe 

In dieser humanitären Notlage verschlechtert sich die Situation angesichts des anhaltenden Konflikts rapide. 

Aufgrund der begrenzten Finanzmittel – weniger als 40% wurden bisher aufgebracht – ist das UNHCR nicht in der Lage, die massiven Bedürfnisse der Bevölkerung im Jemen zu decken. 

Ohne Hilfe werden noch viel mehr Menschen durch Gewalt, behandelbare Krankheiten oder Mangel an Nahrung, Wasser und Unterkünften ums Leben kommen. 

Wir brauchen mehr denn je Ihre Spenden, um die Nothilfe für die jemenitische Bevölkerung fortzusetzen.